Archiv Seite 2

A.C.A.D.

anscheinend verstehen auch schwedische bullen polizisten was von guter musik. „girl’s night out“ von the knife. in diesem sinne: All Cops Are Dancers.

aufräumen

wenn man, wie ich, vorhat, in absehbarer zeit das allseits geliebte schland zumindest für ein paar monate zu verlassen, scheint es ratsam, zuhause vorher noch mal richtig auszumisten.
gesagt, getan. und dabei sachen entdeckt, die ich schon fast vergessen hatte.

  • zunächst mal eine ausgabe der micky maus vom 31.05.1990 (!). ist die letzte aus meiner sammlung, die ich noch habe, und eigentlich auch nur deswegen, weil neben dem d-mark-preis auch der in ddr-mark ausgewiesen ist.
    in der ersten geschichte, „wehe dem, der schulden macht“, kommt dagobert duck als überzeichneter großkapitalist wieder einmal richtig sympathisch rüber. ich wunder mich nur, dass (vielleicht hat sich das ja inzwischen geändert…) er als ente, und nicht als heuschrecke gezeichnet ist.

  • dann (natürlich) eins der schönsten geschenke, die ich jemals zum geburtstag bekommen habe. von leuten aus meinem damaligen jahrgang, die mich leider nicht richtig kannten, bei denen ich aber den ruf als steineschmeißer schnell weghatte, und wogegen ich nichts machen konnte. trotzdem, oder vielleicht auch deshalb, habe ich mich über den vergoldeten pflasterstein mit einer roten schleife sehr gefreut, den sie mir geschenkt haben.
  • eine alte bewerbung für die berliner fu, studienrichtung politikwissenschaften. danke an dieser stelle an alle zugezogenen, die es verhindert haben, dass ich dort angenommen wurde. heute bin ich sehr glücklich darüber.
  • die broschüre „being a soldier in an army of one“, mit aufkleber der recruiting station auf dem campus der university of texas. allein von der aufmachung her, den tollen bildern, den versprechen, die gemacht werden, ist gut verständlich, dass sich viele junge und nicht so gebildete us-amerikaner für die armee entscheiden. alles andere sind euphemismen, die gebraucht werden. das töten wird nicht erwähnt, ebenso wenig, dass man als soldat selbst verwundet werden könnte. vielleicht wird das als bekannt vorausgesetzt. vielleicht aber auch nicht, und es ist pure taktik. wenn ich die wahl habe, zwischen einem gesichterten job, bei dem ich regelmäßig bezahlt werde und für den ich keinerlei voraussetzungen brauche, und einem eigentlich kaum vorhandenen sozialen sicherungssystem, dürfte die entscheidung nicht schwerfallen.
    der zweck, für den die soldaten gebraucht werden, mag löblich sein. der weg, wie das kanonenfutter rangeschafft wird, ist es nicht wirklich.
  • „haben sie auch abitur?“

    ein abiball irgendwo im moloch der berliner city-west. die party endet, und die gäste strömen am frühen morgen in richtung straße; es wird langsam hell. einer der frisch gebackenen abiturienten hat noch etwas durst und greift zu einer flasche cola, die auf dem stehtisch am einlass steht. ein, zwei schlucke, dann kommt der türsteher an, packt den jungen mann nicht eben sanft an, zerrt ihn vor die tür und droht damit, ihn wegen diebstahls und hausfriedensbruchs anzuzeigen. denn, was der abiturient nicht wusste: die cola war nicht irgendeine cola, sondern anscheinend die des türstehers, und der tisch, auf dem die cola stand, war der, an dem der türsteher die nacht verbringen musste, während drinnen getanzt wurde.
    inzwischen war auch noch der zweite türsteher da, sowie eine frau, vielleicht türsteherin, vielleicht auch chefin des veranstaltungsortes. sie unterhalten sich mit dem beschuldigten abiturienten und seiner völlig aufgelösten freundin. anscheinend geht es um die personalienaufnahme, aber einer der beiden türsteher weigert sich, etwas aufzuschreiben: „ich bin ja hier nicht im schreibwarenladen.“ also fragt der junge mann einen wartenden taxifahrer nach papier, bekommt es, schildert den sachverhalt und stellt mehrmals fest: „das ist deutschland.“ noch zwei andere taxifahrer kommen dazu, können das vorgehen der türsteher ebenfalls nicht verstehen.
    inzwischen sind fast alle gäste des abiballs gegangen. lediglich drei, vier solidarische leute warten noch, weil (natürlich) schon vor einiger zeit die polizei gerufen wurde. eine frau, ein mann, beide in der hübschen neuen blauen uniform, steigen aus dem streifenwagen, hören sich von allen beteiligten die story an. schon an der körpersprache der beiden leute von der blue-men-group ist langeweile zu erkennen. wahrscheinlich aus gründen der geringfügigkeit wird keine anzeige aufgenommen. zum schluss gratuliert die polizisten dem jungen mann zum bestandenen abitur und fragt einen der türsteher: „haben sie auch abitur?“

    schwarz-rot-senf

    „Es gibt keinen rationalen Grund, für Deutschland zu sein. […] Da ist die Bezugnahme immer die Nation.“
    „[…]wir müssen nicht einmal die letzte Konsequenz bis Auschwitz ziehen, Rostock-Lichtenhagen reicht uns vollkommen…“
    (und ja, der taz-artikel ist, besonders mit der überschrift, nicht so ganz das gelbe vom ei.)

    INFORMATIONSAUSGABE – STRASSENVERKEHRSAMT – JUNI 2010

    In Deutschland hat sich die Qualität der Pkw- und Lkw-Fahrer deutlich verschlechtert. Aus diesem Grund hat das Straßenverkehrsamt ein neues System eingeführt um die schlechten Fahrer zu identifizieren.

    Mit sofortiger Wirkung werden allen Fahrern, die sich im Straßenverkehr schlecht benehmen -unter anderem durch plötzliches Anhalten, zu dichtem Auffahren, Überholen an gefährlichen Stellen, Abbiegen ohne zu blinken, Drehen auf Hauptstraßen und rechts überholen- Fahnen ausgehändigt. Sie sind rot, mit einem schwarzen Streifen oben und einem gelben Streifen unten. Dadurch sind sie für andere Verkehrsteilnehmer als unfähige Autofahrer zu identifizieren.

    Diese Fahnen werden an der Autotür befestigt und müssen für alle anderen Verkehrsteilnehmer gut sichtbar sein.

    Die Fahrer, die eine besonders schwache Leistung gezeigt haben, müssen je eine Fahne auf beiden Seiten ihres Autos befestigen, um auf ihre fehlende Fahrkunst und ihren Mangel an Intelligenz aufmerksam zu machen.

    Bitte an andere Verkehrsteilnehmer weiterleiten, so dass alle die Bedeutung dieser Fahnen verstehen.




    Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: