Archiv der Kategorie 'policia'

A.C.A.D.

anscheinend verstehen auch schwedische bullen polizisten was von guter musik. „girl’s night out“ von the knife. in diesem sinne: All Cops Are Dancers.

„haben sie auch abitur?“

ein abiball irgendwo im moloch der berliner city-west. die party endet, und die gäste strömen am frühen morgen in richtung straße; es wird langsam hell. einer der frisch gebackenen abiturienten hat noch etwas durst und greift zu einer flasche cola, die auf dem stehtisch am einlass steht. ein, zwei schlucke, dann kommt der türsteher an, packt den jungen mann nicht eben sanft an, zerrt ihn vor die tür und droht damit, ihn wegen diebstahls und hausfriedensbruchs anzuzeigen. denn, was der abiturient nicht wusste: die cola war nicht irgendeine cola, sondern anscheinend die des türstehers, und der tisch, auf dem die cola stand, war der, an dem der türsteher die nacht verbringen musste, während drinnen getanzt wurde.
inzwischen war auch noch der zweite türsteher da, sowie eine frau, vielleicht türsteherin, vielleicht auch chefin des veranstaltungsortes. sie unterhalten sich mit dem beschuldigten abiturienten und seiner völlig aufgelösten freundin. anscheinend geht es um die personalienaufnahme, aber einer der beiden türsteher weigert sich, etwas aufzuschreiben: „ich bin ja hier nicht im schreibwarenladen.“ also fragt der junge mann einen wartenden taxifahrer nach papier, bekommt es, schildert den sachverhalt und stellt mehrmals fest: „das ist deutschland.“ noch zwei andere taxifahrer kommen dazu, können das vorgehen der türsteher ebenfalls nicht verstehen.
inzwischen sind fast alle gäste des abiballs gegangen. lediglich drei, vier solidarische leute warten noch, weil (natürlich) schon vor einiger zeit die polizei gerufen wurde. eine frau, ein mann, beide in der hübschen neuen blauen uniform, steigen aus dem streifenwagen, hören sich von allen beteiligten die story an. schon an der körpersprache der beiden leute von der blue-men-group ist langeweile zu erkennen. wahrscheinlich aus gründen der geringfügigkeit wird keine anzeige aufgenommen. zum schluss gratuliert die polizisten dem jungen mann zum bestandenen abitur und fragt einen der türsteher: „haben sie auch abitur?“

kurz überlegt

auf meinem fast täglichen weg mit den öffentlichen verkehrsmitteln komme ich an so einigen botschaften anderer länder vorbei. dabei hab ich mir in den letzten tagen ein paar fragen gestellt. vielleicht gibt es einen juristen oder jemanden, der sich in der materie auskennt, und weiter helfen kann.
so weit ich weiß, gelten botschaften als exterritoriales gebiet des jeweiligen landes. das bedeutet, dass die deutsche polizei dort (zunächst) kein hoheitsrecht hat und das gelände nicht ohne weiteres betreten darf.
nehmen wir nun an, ich habe bei rot die ampel überquert, team green sieht das und möchte mich anhalten. ich habe aber gerade keine lust, mich mit jemandem zu unterhalten, sondern möchte nur schnell nach hause und wähle dann dazu den weg über ein botschaftsgelände. dürfen die cops

  • mich nun ohne weiteres auf das botschaftsgelände verfolgen?
  • müssen sie dazu in jedem fall die jeweilige regierung informieren?
  • wenn sie es nicht tun, mich aber trotzdem vefolgen und dann auf dem botschaftsgelände festnehmen: ist meine festnahme dann juristisch nach deutschem recht gedeckt?
  • begehe ich in dem moment hausfriedensbruch? nach deutschem oder ausländischem recht? wenn nach ausländischem recht: könnte ich in dem moment – theoretisch gesehen – zum prozess in dasjenige land abgeschoben werden, auf dessen grund und boden ich mich gerade befinde?
  • stripper in uniform

    man stelle sich vor: eine laute party, viele gäste, frühmorgens um vier. es klingelt. ein stockbesoffener gast öffnet die tür, erblickt zwei leute in grüner uniform, dreht sich um und brüllt:

    wer hat die stripper bestellt?

    schade, dass der typ anschließend seine personalien abgeben musste und eine anzeige wegen beleidigung bekommen hat. und sehr schade, dass ich da nicht selbst anwesend war, sondern mir das ganze nur erzählt wurde.

    sind autos mehr wert als menschenleben?

    wie hinlänglich bekannt sein sollte, wurden in den letzten wochen mehrere linke in berlin festgenommen, weil sie im verdacht standen, autos angezündet zu haben. da darüber schon genug geschrieben wurde, verweise ich nur auf die soliseite für christoph und alex.

    wie die berliner zeitung heute berichtet, haben drei junge männer im alter von 17 bis 23 jahren am vergangenen donnerstag einen 19-jährigen mitschüler mit einer brennbaren flüssiglkeit besprüht und angezündet. alle vier machen eine ausbildung zum maler und lackierer in groß kreutz (potsdam-mittelmark). wie durch ein wunder wurde der angegriffene nicht lebensgefährlich verletzt und liegt momentan mit brandverletzungen an rücken, nacken, hinterkopf und einer hand im unfallkrankenhaus berlin.
    die berliner zeitung zitiert den polizeisprecher folgendermaßen:

    „Die Tatverdächtigen wussten sehr wohl, was sie taten.“

    dennoch wurden sie nach der vorläufigen festnahme nicht etwa in untersuchungshaft genommen, sondern wieder frei gelassen.

    Gegen die drei mutmaßlichen Täter von Götz, die bisher nicht polizeilich bekannt waren, wird nun wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt. Die jungen Männer kamen am Freitagnachmittag wieder auf freien Fuß. Nach Ansicht der Potsdamer Staatsanwaltschaft liegt gegen sie kein Haftgrund vor.

    was mag die begründung für die freilassung gewesen sein? haben die drei tatverdächtigen eventuell einen festen wohnsitz, einen gefestigten freundeskreis und ein festes arbeitsverhältnis bzw. in diesem fall eine ausbildung? besteht deswegen keine fluchtgefahr? ich weiß nicht, ob die staatsanwaltschaft auf grund dieser kriterien die freilassung veranlasst hat. aber wenn sie genau diese der freilassung zu grunde gelegt hat, frage ich mich, wieso alex dann wegen angeblicher fluchtgefahr fünf (!) monate unschuldig in untersuchungshaft gesessen hat. denn auch sie hatte ein festes ausbildungsverhältnis, einen festen freundeskreis und einen festen wohnsitz. aber wer weiß: am ende ist die (schein-)sicherheit der autos der berliner steuerzahler wichtiger, als die gesundheit eines 19-jährigen angehenden malers, der sowieso schon länger gehänselt wurde und von daher wohl keine lobby erwarten darf.




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