Archiv der Kategorie 'capitalism and its friends'

„facebook muss sterben!“

bei tee hab ich es gelesen. und belächelt. bei stoibaer schon für interessanter befunden. bei herrn jensen und den kommentaren dazu auch für logisch befunden, was dort in bezug auf wahrscheinlchkeit des „kennens“ allein anhand einer emailsadresse geschrieben wurde.
also habe mich kurzerhand entschlossen, das auch mal selbst auszuprobieren, mich bei facebook angemeldet und dabei eine seeehr alte emailadresse benutzt, die pro woche einige dutzend spammails bekommt. ich war überrascht, was, bzw. wer mich dort erwartet und mir als freund präsentiert wird. doch dann war ich doch etwas baff: statt freunden aus (einem) anderen sozialen netzwerk, in dem ich mich zugegebenermaßen bewege, und wo eine verbindung irgendwie „präsenter“ wäre, wurde mir zuerst die exfreundin eines freundes, die ich das letzte mal im jahre 2004 gesehen habe, prästentiert… unglaublich. nach einem der nächsten anmeldeschritte wurde mir eine liste von 30 oder 40 potentiellen freunden präsentiert. zwei davon aus dem wirklich stark erweiterten freundeskreis, also leute, die man so alle halbe jahre mal sieht. und bei einigen anderen hätte ich schwören können, dass ich ihre seiten in jenem anderen sozialen netzwerk vor kurzer zeit besucht habe, weil mir einige der profilbilder seltsam vertraut erschienen. aber das kann auch auf täuschung beruhen…
wie auch immer, nach dem test hab ich gleich meinen facebook-account wieder gelöscht, sprich, der ist erstmal für 14 tage deaktiviert, und wenn ich ihn bis dahin nicht durch erneutes einloggen reaktiviere (was ich nicht vorhabe), werden die daten danach hoffentlich für immer gelöscht.

60 jahre (sind 60 zuviel)

christoph stölzl schreibt in der berliner morgenpost:

An einem aufgegebenen Schaufenster klebt groß: „Antinationale Parade – Etwas Besseres als die Nation. Gegen die Herrschaft der falschen Freiheit“. Man sieht das Foto eines tätowierten Mannes mit schweißnassem , nacktem Oberkörper. Der Kerl zerknüllt eine schwarz-rot-goldene Fahne. Darunter die Unterstützer der Hass-Botschaft gegen die Verfassungsfeier am 23. Mai: eine Serie exotischer Gruppen, von Antifa Erkner bis zu Love Techno-Hate Germany! Niemand in der friedlichen Straße reißt das widerliche Machwerk ab, nur ein paar Ecken weiter klebt es schon wieder. Ob irgendeinem der Passanten der Gedanke kommt, dass es die Verfassung von 1949 ist, aus deren Auftrag das Asylrecht, die Integrationshilfen, der Sozialstaat kommen?

soso. widerliches machwerk also. warum? weil es die selbstgefälligkeit der deutschen in frage stellt? vom „asylrecht“ wird, zumindest auf den plakaten, gar nicht gesprochen. aber wenn es für herrn stölzl (von der cdu) symbolisch für deutschland steht, dann verweise ich an dieser stelle auf einen früheren blog-eintrag von mir, um ihm die realität vor augen zu führen. nichts mit asylrecht, höchstens von „gelenkter einwanderung“ kann man da noch sprechen. nur wer gut ist, entsprechend gebildet und deutschland voran bringt, darf noch rein, um hier zu arbeiten. und wer nicht ins schema passt, der bekommt die „integrationshilfe“ auf deutsche art beigebracht.
eigentlich kann man nur hoffen, dass nicht alle link(sradikal)en auf die antinationale parade gehen, sondern auch genügend den protest ins herz auf die partymeile der bestie auf der straße des 17. juni tragen, damit die selbstbeweihräucherung der „geläuterten nation“ nicht unwidersprochen bleibt.

„Kopieren ist eine Kulturtechnik.“

„Wenn Sie mehr Arbeit schaffen wollen, müssen Sie mehr arbeiten.“

hab grad eben „we feed the world“ in der ard gesehen und poste mal ganz kommentarlos das abschließende interview mit dem ehemaligen ceo von nestlé, peter brabeck; grammatikfehler im original. wer will, kann es sich auch auf youtube angucken.

Wasser ist natürlich das wichtigste Rohmaterial, das wir heute noch auf der Welt haben. Es geht darum, ob wir das normale Wasserversorgung der Bevölkerung privatisieren oder nicht. Und da gibt es zwei verschiedene Anschauungen. Die eine Anschauung, extrem würde ich sagen, wird von einigen, von den NGOs vertreten, die darauf pochen, dass Wasser zu einem öffentlichen Recht erklärt wird. Das heißt, als Mensch sollten sie einfach Recht haben, um Wasser zu haben. Das ist die eine Extremlösung, ja? Und die andere, die sagt, Wasser ist ein Lebensmittel, und so wie jedes andere Lebensmittel sollte das einen Marktwert haben. Ich persönlich glaube, es ist besser, man gibt einem Lebensmittel einen Wert, sodass wir alle bewusst sind, dass das etwas kostest und dann anschließend versucht, dass man mehr spezifisch für diesen Teil d er Bevölkerung, der keinen Zugang zu diesem Wasser hat, dass man dann dort etwas spezifischer reingreift und da gibt’s ja viel mehr Möglichkeiten.
Ich bin immer noch der Meinung, dass die größte soziale Verantwortung jedes Geschäftsführers darin besteht, dass er die Zukunft, die erfolgreiche, profitable Zukunft seines Unternehmens festhält und dass er die sicherstellt. Denn nur, wenn wir langfristig weiterbestehen können, sind wir auch in der Lage, in der Lösung von den Problemen, die es ja auf der Welt gibt, aktiv teilzunehmen. Wir sind in der Lage, zunächst einmal selbst Arbeit zu schaffen, 275.000 hier, 1,2 Millionen, im Prinzip direkt von uns abhängig, das macht ungefähr 4,5 Millionen Personen, weil hinter jedem Angestellten immer noch mal, da sind drei Leute dahinter. Also mindestens 4,5 Millionen Personen, die direkt von uns abhängig sind. Wenn sie Arbeit schaffen wollen, dann müssen Sie arbeiten. Und nicht so, wies in der Vergangenheit gewesen ist, dass man die bestehende Arbeit verteilt. Wenn Sie sich erinnern, der Hauptargument des 35-Stunden-Woche war, dass es nur gewisse Arbeit gibt, und es ist besser, wir arbeiten weniger, und verteilen dann die Arbeit an mehr. Das hat sich ganz klar herausgezeigt, dass das absolut falsch ist. Wenn Sie mehr Arbeit schaffen wollen, müssen Sie mehr arbeiten. Dazu müssen wir ein positiveres Weltbild schaffen für den Menschen, und ich seh absolut keinen Grund, warum wir nicht positiv über die Zukunft sein können. Wir haben noch nie so gut gelebt. Wir hatten noch nie soviel Geld. Wir waren noch nie so gesund. Wir haben noch nie so lange gelebt wie heute. Wir haben alles, was wir wollen – und trotzdem, psychologisch, in einer Trauerstimmung.

mutti, mir gehts gut

mutti
(gefunden hier)




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