Archiv der Kategorie 'Allgemein'

aufräumen

wenn man, wie ich, vorhat, in absehbarer zeit das allseits geliebte schland zumindest für ein paar monate zu verlassen, scheint es ratsam, zuhause vorher noch mal richtig auszumisten.
gesagt, getan. und dabei sachen entdeckt, die ich schon fast vergessen hatte.

  • zunächst mal eine ausgabe der micky maus vom 31.05.1990 (!). ist die letzte aus meiner sammlung, die ich noch habe, und eigentlich auch nur deswegen, weil neben dem d-mark-preis auch der in ddr-mark ausgewiesen ist.
    in der ersten geschichte, „wehe dem, der schulden macht“, kommt dagobert duck als überzeichneter großkapitalist wieder einmal richtig sympathisch rüber. ich wunder mich nur, dass (vielleicht hat sich das ja inzwischen geändert…) er als ente, und nicht als heuschrecke gezeichnet ist.

  • dann (natürlich) eins der schönsten geschenke, die ich jemals zum geburtstag bekommen habe. von leuten aus meinem damaligen jahrgang, die mich leider nicht richtig kannten, bei denen ich aber den ruf als steineschmeißer schnell weghatte, und wogegen ich nichts machen konnte. trotzdem, oder vielleicht auch deshalb, habe ich mich über den vergoldeten pflasterstein mit einer roten schleife sehr gefreut, den sie mir geschenkt haben.
  • eine alte bewerbung für die berliner fu, studienrichtung politikwissenschaften. danke an dieser stelle an alle zugezogenen, die es verhindert haben, dass ich dort angenommen wurde. heute bin ich sehr glücklich darüber.
  • die broschüre „being a soldier in an army of one“, mit aufkleber der recruiting station auf dem campus der university of texas. allein von der aufmachung her, den tollen bildern, den versprechen, die gemacht werden, ist gut verständlich, dass sich viele junge und nicht so gebildete us-amerikaner für die armee entscheiden. alles andere sind euphemismen, die gebraucht werden. das töten wird nicht erwähnt, ebenso wenig, dass man als soldat selbst verwundet werden könnte. vielleicht wird das als bekannt vorausgesetzt. vielleicht aber auch nicht, und es ist pure taktik. wenn ich die wahl habe, zwischen einem gesichterten job, bei dem ich regelmäßig bezahlt werde und für den ich keinerlei voraussetzungen brauche, und einem eigentlich kaum vorhandenen sozialen sicherungssystem, dürfte die entscheidung nicht schwerfallen.
    der zweck, für den die soldaten gebraucht werden, mag löblich sein. der weg, wie das kanonenfutter rangeschafft wird, ist es nicht wirklich.
  • deswegen die drogen, nicht umgekehrt

    airen ist – wie sicherlich alle leute, die in den letzten wochen zeitung oder blog gelesen haben – durch den „abschreibskandal“ von helene hegemann in aller munde.
    heute habe ich dann gelesen, dass airen noch einen zweiten blog hat(te) und wie schon bei seinem vorherigen und davor beim blog von germanophobia üben diese drogensaufenfickentechnoberghain-geschichten einen gewissen reiz auf mich aus, weshalb ich auch diesmal nicht umhin komme, wieder viel mehr zeit als geplant mit dem lesen der gesammelten geschichten zu verbringen. in einem der einträge taucht folgendes zitat auf, das im prinzip airens gesammtes trauriges sein zusammenfasst.

    Ich will ja arbeiten, ohne Ende reinhauen will ich, es gibt für mich nichts Schlimmeres als rumsitzen; Pausen vom Leben ertrage ich nur im Rausch und mein Dasein in den letzten Jahren begreife ich als eine einzige Pause vom Leben.

    Deswegen die Drogen, nicht umgekehrt.

    via

    neulich bei saturn am alex (B)

    was man da nicht alles in der independent-abteilung findet… das „mitarbeiter-tipp“-schild steht meiner meinung aber eine reihe zu weit oben.
    egotronic bei saturn

    volksabstimmung und so

    die freiheit hat gesiegt.

    (auch wenn freiheit in diesem fall nur die freiheit ist, sich nicht zwischen zwei sachen entscheiden zu müssen, sondern die eine noch zusätzlich wählen zu können.)

    rock the cancer

    am donnerstag und freitag, den 05. und 06. 03., fand das „rock the cancer“-festival zugunsten der björn-schulz-stiftung im berliner so 36 statt. die björn-schulz-stiftung

    bietet hilfe für Hilfe für krebs- und chronisch kranke sowie für schwerst- und unheilbar kranke Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und deren Familien.

    und betreibt u.a. ein ambulantes und ein stationäres hospiz für kinder, jugendliche und junge erwachsene im alter von 0-35 jahren. alles in allem also ein konzert für einen guten zweck, zumal von jedem verkauften ticket 5 euro direkt an die björn-schulz-stiftung gehen.
    am donnerstag spielten johnnie rook, radio havanna, bionic ghost kids, juri gagarin, sowie egotronic. den namen der opener-band hab ich mir leider nicht gemerkt, zumal sie mir auch nicht besonders gefallen haben.
    johnie rook spielten anschließend, und, wie gesagt wurde, manche songs zum allerletzten mal. dabei wurde auf die am kommenden samstag, den 14.03.09, im kato stattfindene record-release-party verwiesen, auf dem ebenfalls die genialen trashrocker von cor auftreten werden. aber zurück zum rock the cancer. johnnie rook hätten meiner meinung nach mehr reißen können, wenn der gesangspart besser zu verstehen gewesen wäre. aber wenigstens hat der bassist jan durch seine präsenz, rumgespringe und das unvergleichliche grunzen für erheiterung gesorgt.
    radio havanna waren so gut wie immer, und mir ist mal wieder aufgefallen, dass sich die stimme von fichte anhört wie die eines jungen campino.
    die bionic ghost kids, auf deren myspace-seite ich hier einfach noch mal verweisen muss, war die band, die mich am meisten an diesem abend überrascht hat. mit ihrer mischung aus screamo und elektro haben sie sofort meinen nerv getroffen, zumal ihre performance einfach nur genial war. der beginn ihres auftritts ähnelte durch die musikalische untermalung dem „einmarsch“ eines boxers zum ring, zumal der sänger und der gitarrist masken aufhatten. die gesangspausen nutzte der sänger für seinen wilden und extatischen, aber trotzdem schön anzuschauenden tanzstil, was auch beim publikum sehr gut ankam. begleitet wurde er dabei von einem kameramann. wird man also von diesem auftritt bald videos im internet betrachten können? wir dürfen gespannt sein…
    als vorletzte band traten juri gagarin auf, zu denen ich hier gar nicht viel weiter sagen möchte. ihr opener war, passend zur selbstbeschreibung auf ihrer myspace-seite, die hymne der sovietunion. beim anschließenden auftritt war zu merken, wie die stimmung im publikum immer weiter stieg, zumal viele nun wussten, dass der auftritt von egotronic nicht mehr lange auf sich warten lassen würde. als torsun und der typ am mac, dessen namen ich jetzt nicht weiß, ihre sachen auf der bühne aufbauten, tanzten die ersten leute schon ausgelassen zu der sehr guten konservenmusik. der anschließende auftritt brachte die menge zum ausflippen, und sie drängte noch weiter nach vorne in richtung bühne. schon als zweiter song wurde raven gegen deutschland gespielt und wieder einmal war torsuns glückliches gesicht zu sehen, als das publikum den text komplett mitsingen konnte. es folgten viele tracks aus dem aktuellen album „lustprinzip“, zwischendrin aber „luxus“ als „geburtstagsgeschenk für eine anwesende person, die diesen song sehr mag“. um politische statements nicht zu kurz kommen zu lassen, gab es noch die ansage, sich an der demo gegen den neuen thor-steinar-laden in friedrichshain zu beteiligen, die am gestrigen samstag stattfand. zum ende hin enterten die ersten leute die bühne, was bei der zugabe „die partei“ zu einem waren ansturm führte. die ca. 30 leute auf der bühne sorgten auch zweimal kurz dafür, dass der sound für ein paar sekunden ausfiel, aber das tat der stimmung keinen abbruch.
    zum abschluss noch was für die ohren: „nicht nur raver“




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