Archiv für November 2009

sind autos mehr wert als menschenleben?

wie hinlänglich bekannt sein sollte, wurden in den letzten wochen mehrere linke in berlin festgenommen, weil sie im verdacht standen, autos angezündet zu haben. da darüber schon genug geschrieben wurde, verweise ich nur auf die soliseite für christoph und alex.

wie die berliner zeitung heute berichtet, haben drei junge männer im alter von 17 bis 23 jahren am vergangenen donnerstag einen 19-jährigen mitschüler mit einer brennbaren flüssiglkeit besprüht und angezündet. alle vier machen eine ausbildung zum maler und lackierer in groß kreutz (potsdam-mittelmark). wie durch ein wunder wurde der angegriffene nicht lebensgefährlich verletzt und liegt momentan mit brandverletzungen an rücken, nacken, hinterkopf und einer hand im unfallkrankenhaus berlin.
die berliner zeitung zitiert den polizeisprecher folgendermaßen:

„Die Tatverdächtigen wussten sehr wohl, was sie taten.“

dennoch wurden sie nach der vorläufigen festnahme nicht etwa in untersuchungshaft genommen, sondern wieder frei gelassen.

Gegen die drei mutmaßlichen Täter von Götz, die bisher nicht polizeilich bekannt waren, wird nun wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung ermittelt. Die jungen Männer kamen am Freitagnachmittag wieder auf freien Fuß. Nach Ansicht der Potsdamer Staatsanwaltschaft liegt gegen sie kein Haftgrund vor.

was mag die begründung für die freilassung gewesen sein? haben die drei tatverdächtigen eventuell einen festen wohnsitz, einen gefestigten freundeskreis und ein festes arbeitsverhältnis bzw. in diesem fall eine ausbildung? besteht deswegen keine fluchtgefahr? ich weiß nicht, ob die staatsanwaltschaft auf grund dieser kriterien die freilassung veranlasst hat. aber wenn sie genau diese der freilassung zu grunde gelegt hat, frage ich mich, wieso alex dann wegen angeblicher fluchtgefahr fünf (!) monate unschuldig in untersuchungshaft gesessen hat. denn auch sie hatte ein festes ausbildungsverhältnis, einen festen freundeskreis und einen festen wohnsitz. aber wer weiß: am ende ist die (schein-)sicherheit der autos der berliner steuerzahler wichtiger, als die gesundheit eines 19-jährigen angehenden malers, der sowieso schon länger gehänselt wurde und von daher wohl keine lobby erwarten darf.

Lesen lernen mit der Antifa

Meine Tochter ist ja sehr begeistert, was Lesen angeht. Sie kann nicht anders, das sind nun wirklich ihre Gene. Genauso wie das Kinobesuchen, dem sie am Samstag mit dem Autor gefrönt hat. Auf dem Rückweg, wie sollte es anders sein, bescherte Ihnen die wunderbare BVG Pendelverkehr und sie standen vor einer vollgeschmierten Wand und warteten auf das private Taxi, das sie abholen sollte.

Und was tut eine gerade fast des Lesens mächtige, schwer gelangweilte 6jährige? Sie liest. Laut.

„Nnnnn….Naaaaaaa….Naaaassss…..Was ist das für ein Buchstabe, Daddy?“

„Das ist ein Z.!“

„Naaaaziiiiiiiis, Nazis, ggggg…..giiiiiiiii….gibbbt….gibts…“

Natürlich las sie das laut und sehr vernehmlich in einer Meute von Leuten gelesen, bis sie irgendwann die Lust verlor. Und bevor sie, fragen konnte, was „Nazis gibt´s in jeder Stadt. Bildet Gruppen und macht sie platt“ bedeutet, wurde der Autor vom nahenden Mutterschiff gerettet. Wofür er sehr dankbar war.

Es ist nicht einfach, ein Kind in der Großstadt lesen lernen zu lassen.

via possums welt




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